Echt Deutsche Telekom? Geht’s noch schlimmer?

24. September 2013

Liebe Deutsche Telekom,

ihr habt ja anscheinend ein Problem, über dass sich jede andere Branche freuen würde, und zwar, dass euer Produkt zu viel genutzt wird. Das hattet ihr so nicht vorgesehen, schon klar. Einerseits kann ich das natürlich vollkommen verstehen: Ihr habt damals mit den Flatrates angefangen, um den Leuten mehr Geld abzuziehen, als was sie eigentlich hätten zahlen müssen und habt das erwirtschaftete Geld in den Ausbau von DSLAMs investiert.  Dies ging natürlich auch solange gut, wie die Leute ihre Internetleitung nicht komplett 24/7 nutzten, was sie aber heutzutage tun. Ich habe selber mal in unseren Router geguckt, und wir nutzen so gut 900 GB pro Monat.

Darum geht es aber jetzt erstmal auch nicht, sondern um den Fakt, das ihr als Telekom nicht das Recht habt, mir oder anderen vorzuschreiben, was ich mit meiner Leitung mache oder lasse, also welche Arten von Daten ich nutze. Ob ich jetzt 24 Stunden lang Linux-Images seede, oder mir 24 Stunden lang Big Brother auf Entertain angucke. Bei meinem schlechten Upload (1,9 Mbps) sollte das ja mit der miesen Entertain-Übertragungsrate übereinstimmen. OK, Entertain ist Intranet-Multicast und kostet nichts, aber trotzdem scheint die Telekom hier einfach nicht zugeben zu wollen, das sie der Grund ist, warum das Internet in Deutschland so schlecht ausgebaut ist. Dies bezieht sich allerdings nur auf das Festnetz, von der Anbindung her ist das Mobilfunknetz hervorragend ausgebaut. Das hat natürlich den Grund, dass es komplett aus Glasfaser besteht. Womit wir bei meinem Punkt wären: Hätte die Deutsche Telekom damals nicht so massiv auf DSL gesetzt, wären wir heute schon in der von ihr immer wieder proklamierten „Gigabit-Geschellschaft“.  Was ist denn zum Beispiel mit den ganzen alten OPAL-Anschlussgebieten? Da liegt doch das Glas bis ins Haus? Warum wird da denn nicht einfach mal ne PRISM dazwischen und das Backbone geklemmt und gut ist? Nein, stattdessen wird zusätzlich Kupfer verlegt!

Der erste Schritt für einen vernünftigen Glasfaserausbau in Deutschland ist doch mit dem DSL-Netz gelegt worden, jetzt müssen doch nur noch die TALs durch Glas ersetzt werden. Und ja Deutsche Telekom, wenn ihr dafür Geld braucht, und deswegen die Tarifpreise erhöhen wollt, dann macht das, aber seit darüber auch transparent, und sagt auch: „Wir brauchen mehr Geld für Glasfaserausbau, deshalb werden die Tarife teurer.“ Oder, eine weitere Option: Bietet jedem Kunden den direkten Anschluss an das Glasfasernetz auf Ratenzahlung an. Ihr habt es dich damals auch geschafft, das Kabelnetz auszubauen (Gut, von meiner Straße wollen wir mal nicht reden, grr.)

Und dann dieses Video, wie tief wollt ihr euch eingentlich noch eingraben? Ich finde es eine Zumutung mit dem Beispiel von Patientenrettung euer blödes Buzzword „Managed Services“ unter die Massen zu bringen, weil klar wird da jeder ja sagen.